Kingspan_STG_SHE_Ref_Cleveland-Clinic_US_ret

Rauch- und
Wärmeabzugssysteme
(RWA)

Systemlösungen für die Entrauchung - intelligent und sicher

Da Brände in Gebäuden grundsätzlich nicht verhindert werden können, erhalten Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) eine zentrale Bedeutung innerhalb des vorbeugenden Brandschutzes.

Im Brandfall geht die Bedrohung nicht nur von Feuer und Hitze, sondern besonders vom Rauch und den entstehenden giftigen Brandgasen aus. Die wichtigste Aufgabe des vorbeugenden Brandschutzes besteht darin Flucht- und Rettungswege rauchfrei zu halten. Personen in brennenden Gebäuden muss ermöglicht werden, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Rettungsmannschaften müssen Menschen, Tiere und Sachwerte retten sowie Brandfolgeschäden vermindern können, indem sie zielgerichtet zum Brandherd vordringen und Menschen schnell evakuieren.

Die wichtige Aufgabe übernehmen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, die den Rauch effektiv aus dem Gebäude abführen.

Brandentstehung - ohne RWA

Wie funktioniert eine RWA?

Kingspan_STG-Beikirch_RDA-Haus
Werden in einem Gebäude von den Sensoren Rauch- und Hitzeentwicklung gemeldet, öffnen intelligente Rauchabzugslösungen sofort im oberen Wand- oder Deckenbereich Fenster und Lichtkuppeln. Gleichzeitig werden andere Fenster geschlossen, um das Eindringen von Rauch in die nicht vom Brand betroffenen Bereiche zu verhindern.

Neben den Öffnungen im Dach wird zur sicheren Ableitung der Rauchgase auch eine ausreichende Frischluftzufuhr benötigt. Diese muss im unteren Teil einer Halle nachströmen, um eine Verwirbelung der Rauchgase zu verhindern und die Bildung einer raucharmen Schicht zu ermöglichen. Erst dank der gezielten Zuführung von Frischluft über entsprechende Fassadenlösungen können die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen ihre Wirksamkeit voll entfalten.

Besonders erwähnenswert: die auf LON-BUS basierenden RWA- und RDA-Systeme, die sich problemlos in die Gebäudeleittechnik integrieren lassen. Über spezielle Schnittstellen können bei Bedarf zudem Produktions- und Fertigungsanlagen in diese Steuerungssysteme integriert werden.

Brandverlauf mit Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

FAQ


1.      NRA - Natürlich wirkende Rauchableitung durch thermischen Auftrieb (elektromotorisch oder pneumatisch) 

Als natürliche Rauchabzugsanlage wird eine RWA bezeichnet, wenn ihre Funktion auf dem thermischen Auftriebsprinzip beruht. Die Verbrennungsprodukte gelangen über Öffnungen in Dach oder Wand gefahrlos ins Freie. 

2.      MRA - Maschineller Rauchabzug über Entrauchungs-/Brandgasventilatoren 

Während die NRA den thermischen Auftrieb nutzt, um Rauchgase aus dem Gebäude zu leiten, saugt die MRA den Rauch ab. Eine maschinelle Entrauchung kommt dann zum Einsatz, wenn die thermische Entrauchung ihre Grenzen erreicht, beispielsweise in fensterlosen oder sehr hohen Räumen oder dort, wo aufgrund der Gebäudestruktur die natürliche Auftriebskraft des Rauches nicht ausreichend wirksam wird. Maschinell wirkende Rauchabzugsanlagen stellen sofort die volle Leistung zur Verfügung. Durch den von Ventilatoren erzeugten Unterdruck werden Brandrauch und Brandzersetzungsprodukte über Entrauchungskanäle abgesaugt. Wie auch bei natürlichen Systemen muss das Nachströmen von Außenluft gewährleistet sein. 

3.      RDA - Rauchschutz-Druckanlagen halten Räume komplett rauchfrei durch kontrollierten Überdruck 

Im deutschen Baurecht wird für Sicherheitstreppenräume in Hochhäusern und für innenliegende Treppenräume, in die kein Rauch eindringen darf, eine Rauchschutz-Druckanlage vorgeschrieben. Um das Eindringen von Rauch in die Flucht- und Rettungswege zu verhindern, baut eine RDA mittels Ventilatoren einen definierten Überdruck zu den angrenzenden Etagen auf. Dieser Überdruck wird ständig mit dem atmosphärischen Druck verglichen und nachgeregelt, damit die Fluchttüren ins Treppenhaus jederzeit noch von Hand geöffnet werden können. Gleichzeitig muss bei geöffneten Fluchttüren die Luft aus dem Treppenhaus mit mindestens 2 m/s in die Nutzungseinheit der Brandetage strömen, damit keine Rauchgase ins Treppenhaus gelangen. 


Eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage dient dem vorbeugenden Brandschutz und sichert die Entrauchung im Brandfall. Ziel ist eine stabile, raucharme Luftschicht in Bodennähe, so dass Flucht- und Rettungswege sicher genutzt werden können und die Feuerwehr die Möglichkeit hat, den Brandherd schnell zu lokalisieren und das Feuer einzudämmen und zu löschen. 

Ein geöffneter Rauchabzug leitet gleichzeitig auch Brandhitze ab, womit ein Flash Over (Selbstentzündung der heißen Brand- und Pyrolysegase) verhindert wird, was das Tragverhalten von tragenden oder trennenden Bauteilen erheblich verlängert sowie Sachwerte schützt durch die Verringerung von Rauchschäden z. B. an Lagergütern und Maschinen. 


Die Rauchabzugsanlagen der verschiedenen Hersteller können mit den farbigen LED–Lampen ihre Zustände anzeigen. Bei Anlagen von STG-Beikirch weist die LED-Anzeige auf folgenden Status der Anlage hin: 

  • Betriebsbereitschaft: Die grüne LED steht für eine ordnungsgemäße Funktion der Rauchabzugsanlage. 
  • Störung: Ist keine grüne LED-Lampe zu sehen, so liegt eine Störung vor. Zusätzlich wird die Störung durch das Blinken der gelben LED angezeigt: 
    • 1 x Blinken = Netzausfall 
    • 2 x Blinken = Akku-Störung 
    • 3 x Blinken = Störung RWA-Bedienstellenlinie 
    • 4 x Blinken = Störung Rauchmelderlinie 
    • 5 x Blinken = Störung Motorzuleitung 
  • Wartungserinnerung: Abhängig vom Typ der RWA-Zentrale blinkt die grüne LED bei den 2A-, 4A- und 8A-Zentralen, bei der MZ3 blinkt die gelbe LED und die grüne leuchtet weiterhin. Bei der EasyConnect leuchtet lediglich die blaue Wartungstimer-LED in der Zentralentür. Jede RWA-Zentrale von STG-Beikirch bleibt bei einem abgelaufenem Wartungstimer weiterhin uneingeschränkt einsatzbereit.


Wenn der Wartungstimer einer RWA-Zentrale aktiv ist, macht er auf eine erforderliche Anlagenwartung aufmerksam. Da die Wartung mindestens 1x jährlich durchzuführen ist, erinnert die Steuerung selbständig daran, diese Wartung durchführen zu lassen. 
Da die ständige Betriebsbereitschaft der Anlage nur durch eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung gewährleistet werden kann, ist diese Erinnerungsfunktion wichtig für die zu schützenden Menschen und Sachwerte. 


Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sind Sicherheitsanlagen und dienen im Falle eines Brandes dem Schutz von Menschen und Sachwerten. Die ständige Betriebsbereitschaft der Anlage kann nur durch eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung der technischen Bauteile gewährleistet werden. Daher müssen RWA-Anlagen mit ihren Betätigungs- und Steuerelementen, Öffnungsaggregaten, Energiezuleitungen und ihrem Zubehör in regelmäßigen Zeitabständen nach Angabe des Herstellers, mindestens jedoch jährlich, auf Funktionsfähigkeit und Betriebsbereitschaft geprüft, gewartet und nach Erfordernis instand gesetzt werden. 

Vom Betreiber ist zwischen diesen Wartungsintervallen mindestens eine Sichtkontrolle durchzuführen, die, ebenso wie alle Wartungen und Instandsetzungen, im Betriebsbuch der RWA-Anlage dokumentiert werden müssen. 

Indem der Betreiber durch die regelmäßige, fachgerechte Wartung seiner RWA-Anlagen für deren Funktionsfähigkeit Sorge trägt, verringert er ganz entscheidend die tatsächliche Schadensgefahr und zugleich sein Haftungsrisiko im Schadensfall. Er kann jederzeit dokumentieren, dass er seiner Verpflichtung, die RWA-Anlagen einsatz- und betriebsbereit zu halten, nachgekommen ist. 


Installations- und Wartungsarbeiten dürfen nur von für die jeweilige RWA-Anlage qualifizierten Fachfirmen durchgeführt werden. Ein Facherrichter für Sicherheitstechnische Anlagen muss daher einen gültigen Sachkundenachweis für das zu errichtende bzw. zu wartende Produkt des entsprechenden Herstellers vorweisen können. 

Für elektrische RWA-Anlagen ist desweiteren mindestens der Nachweis einer Elektrofachkraft erforderlich. 

Nur eine fachgerecht projektierte, ausgeführte und gewartete Rauch- und Wärmeabzugsanlage kann im Ernstfall ihren hohen Schutzgrad erfüllen.


Für natürliche Entrauchungsanlagen ist ein Funktionserhalt der Klassifizierung E30 grundsätzlich ausreichend. Diese Leitungen müssen entsprechend der DIN 4102 Teil 12 geprüft und zugelassen sein und die Verlegung muss nach Vorgaben der Leitungshersteller mit den entsprechenden Befestigungsmaterialien erfolgen. 

Wenn bei RWA-Anlagen allerdings alle Leitungen, Verteiler und die Steuerung vollflächig durch Rauchmelder überwacht werden und die Melder bei Rauchdetektion die Anlagen automatisch auslösen, kann die E-Verkabelung ohne Funktionserhalt ausgeführt werden. Jeder andere leitungsführende Raum bzw. der Raum mit der RWA-Zentrale muss dann aber einen (oder mehrere) separaten Rauchmelder aufweisen. 

Es können allerdings schutzzielbedingt in Gebäuden mit hohem Gefährdungspotenzial für RWA-Anlagen auch baurechtliche Vorgaben bzgl. einer E60 oder E90 Verkabelung vorliegen, z. B. für Sonderbauten wie Krankenhäuser. 

In jedem Fall ist es empfehlenswert, die Verlegeart der Leitungen zuvor mit den zuständigen Behörden abzusprechen. 

Unsere Produkte für den Rauchabzug

KLA_Entrauchung_Verstehen_LinkedIn_Visual_de

Entrauchung verstehen

Ein Leitfaden, der alle Aspekte, die bei der Spezifizierung eines Entrauchungssystems berücksichtigt werden müssen, abdeckt.

Unsere Lösungsanwendungen